Konzeptionelle Grundgedanken
Unser christliches Menschenbild
Ausgangspunkt unserer Arbeit ist das christliche Menschenbild. Es ist unsere Überzeugung , dass jeder Mensch als Geschöpf Gottes einen einzigartigen Wert besitzt und als Person einmalig ist. Jeder Mensch hat eine ihm von Gott gegebene, unverwechselbare Würde. Diese berücksichtigen wir, indem wir Frauen und Kinder in ihrer Individualität und Bedürftigkeit wahrnehmen und unterstützen.
So wie Christus sich den Menschen zuwandte, ganz für den Einzelnen da war und ihm begegnete, so wollen wir Mütter mit ihren Kindern eine Wegstrecke begleiten und bieten persönliche und soziale Beziehungen an, die helfen können, eigene Talente, Begabungen, Wurzeln und Kräfte zu entdecken und einzusetzen. Wir bieten Frauen mit ihren Kindern Raum, Zeit und entsprechende Angebote, die sie in ihrer persönlichen Sinnfindung unterstützten, Hoffnung und Zutrauen in die Gestaltung des eigenen Lebens vermitteln und sie die tragende Lebensmitte erfahren und persönlich entdecken lässt.
Die Ganzheitlichkeit des Menschen berücksichtigend bieten wir medizinische, therapeutische und seelsorgliche Hilfe, Begleitung und Unterstützung während der Maßnahme an.
Unsere Klinik steht allen Frauen und Kindern offen, unabhängig von ihren biographischen, sozialen, gesellschaftlichen, kulturellen und religiösen Hintergründen.
 
Frauenspezifischer Ansatz
Frauen in Familienverantwortung sind spezifischen Belastungen ausgesetzt, die ihre physische und psychische Stabilität und Gesundheit maßgeblich bestimmen. Diese müssen sie oftmals allein bewältigen.
Die Gruppe von Frauen mit ähnlichen Bedingungen, Erfahrungen, Erlebnissen, Belastungen gibt ihnen für die Dauer der Kurmaßnahme einen geschützten Rahmen, in dem sie die speziellen Probleme des Frau- und Mutterseins bearbeiten können. Vielfach stehen Frauen in Familienverantwortung unter ähnlich belastenden Lebensbedingungen (schwierige Schwangerschaften, Fehlgeburt, plötzlicher Kindstod, Verlust eines nahen Angehörigen, Trennung, Scheidung, sorgerechtliche Auseinandersetzungen, Kindererziehung, Versorgung pflegebedürftiger Angehöriger, Doppelbelastung in Familie und Beruf etc.). Das Konzept des gemeinsamen Kurbeginns und Kurendes ermöglicht eine Solidarität, in der die geschlechtsspezifische Individualität schwerpunktmäßig im Mittelpunkt steht.
Wir sehen es zunehmend als eine wichtige Aufgabe an, Frauen in ihrem Selbstsein und in der Wahrnehmung ihrer Rolle zu stärken, sie in ihrem Versorgungs- und Erziehungsauftrag zu festigen, ihnen in Fragen der Erziehung Unterstützung anzubieten, um das System Familie zu stärken.
Unsere Arbeit zeichnet sich durch eine intensive Zusammenarbeit der Mitarbeiter, eine immer neue Auseinandersetzung mit frauenspezifischen Krankheitsbildern und der immer komplexer gewordenen Leitsymptomatik für die Mütter-Genesung aus.
 
Familienorientierung
Die Unterstützung der Familien in ihren vielfätigen Formen ist uns ein besonderes Anliegen.
Wir sehen die Mütter mit ihren Kindern im Kontext ihrer Beziehungen, als Teil eines Systems mit dem sie in Wechselbeziehung stehen.
Kinder leiden häufig mit der Mutter gemeinsam unter belastenden Lebenssituationen wie Partnerschaftskonflikten, Trennungen und wiederholter Veränderung des sozialen Umfeldes und reagieren darauf auf ihre Weise. Auch bestehen deutliche Zusammenhänge zwischen den Verhaltensauffälligkeiten eines Kindes und der Erschöpfung, den Schlafstörungen und den Ängsten der Mutter.
Als Vorsorge – und Rehabilitationseinrichtung arbeiten wir mit dem Ziel, den Müttern und Kindern ein Leben in Gesundheit aufzuzeigen, sowie Familien zu stärken, sie in ihrem Zusammenleben zu unterstützen und ihnen die Aktivität und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben möglichst uneingeschränkt zu ermöglichen.
Dabei geht es zum Einen darum, die persönliche Kompetenz der Mütter, bzw. der Kinder zu steigern, deren vorhandene Fähigkeiten und Ressourcen zu nutzen und die zwischenmenschliche Kommunikation und Interaktion zwischen Müttern und Kindern zu analysieren und positive Veränderungen herbeizuführen. Zentraler Ansatzpunkt ist die Förderung der vorhandenen Potentiale von Müttern und Kindern, die Mobilisierung und Nutzbarmachung vorhandener Ressourcen und Kompetenzen.
 
Das Biopsychosoziale Modell
Unser Gesundheitsverständnis, das von einem ganzheitlichen Ansatz ausgeht, berücksichtigt in gleicher Weise die organische, psychische, soziale und geistliche Ebene der Frauen und Kinder. Eine Heilung oder Linderung der körperlichen Beschwerden kann nur erfolgen, wenn auch das psychische, seelische, soziale und geistliche Moment gesehen wird, das die Beschwerden auslöst. Es geht uns in unserer Arbeit darum den Prozess der Krankheit, der durch körperliche Symptome gekennzeichnet ist und durch soziale und psychische Momente aufrechterhalten wird, zu verstehen.
Die Diagnosestellung und die Behandlungsbedürftigkeit wird vom Arzt (medizinisch) und von anderen Therapeuten (psychosozial) mit jeder Frau abgestimmt und ein Behandlungsplan erstellt.

Salutogenese und Coping
Die Lebenswirklichkeit der Mütter und Kinder und die damit verbundenen Belastungen bzw. Krankheitsbilder verlangen nach einer adäquaten Antwort in der Konzeption der medizinischen Mutter-Kind-Maßnahmen.
Gesundheitsprävention und Gesundheitsförderung lehnen sich einerseits an das Konzept des Risikofaktorenmodells an, andererseits an das Salutogenetische Modell von Antonovsky. Das Risikomodell identifiziert gesundheitsgefährdende Faktoren, die Salutogenese berücksichtigt die Sicherung und den Aufbau vorhandener Kompetenzen und Ressourcen.
Nachdem in der Aufnahmephase die gesundheitlichen Risiken und die Ursachen der Erkrankung geklärt wurden, können die vorhandenen Ressourcen im Rahmen der Krankheitsprävention erkannt und gezielt genutzt werden.
Frauen, die mit ihren Kindern eine stationäre, medizinische Maßnahme verordnet bekommen haben, sind behandlungsbedürftig und brauchen qualifizierte, medizinische Versorgung, um ihre körperlichen und psychischen Krankheiten zu lindern. Sie sollen ihre eigenen physischen und psychischen Ressourcen für den Gesundungsprozess erkennen, aktivieren, stärken und Copingstrategien entwickeln.
Für viele Frauen ist dieser Ansatz zunächst neu und ungewohnt. Durch verschiedene Gesundheitsschulungen, wie Asthmaschulung, Informationsvorträge zum Thema Neurodermitis, Ernährungsberatung und Entspannungstraining, wird das Bewusstsein für gesundheitsförderndes Verhalten geschärft
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